
26. Januar 2026
Spela Hercog
Binge-Eating-Störung

Mit der ICD-11, der neuesten Version der Internationalen Klassifikation von Krankheiten, ist die Binge-Eating-Störung (BED) als eigene psychische Störung anerkannt worden.
Was ist eine Binge-Eating-Störung?
Die Binge-Eating-Störung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Essanfälle, bei denen Menschen über einen bestimmten Zeitraum große Mengen Nahrung zu sich nehmen und gleichzeitig die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren.
Typisch sind dabei:
- Häufige Episoden unkontrollierten Essens, z. B. mindestens einmal pro Woche über mehrere Monate.
- Das Gefühl, nicht aufhören oder die Menge nicht begrenzen zu können.
- Die Essanfälle gehen mit starkem emotionalem Leidensdruck einher.
- Keine regelmäßigen Gegenmaßnahmen, wie Erbrechen oder exzessives Sporttreiben (wie bei der Bulimia nervosa).
Betroffene erleben oft Gefühle von Scham, Schuld oder Ekel nach den Essanfällen und versuchen häufig, ihr Essverhalten zu verbergen
Warum ist das wichtig?
Die Aufnahme der Binge-Eating-Störung in die ICD-11 bedeutet, dass diese Form der Essstörung als eigenständige Erkrankung ernst genommen wird. Sie ist häufig – sogar die häufigste Essstörung in der Allgemeinbevölkerung – und oft begleitet von erheblichem psychischem Leid, Übergewicht oder anderen gesundheitlichen Problemen.
Abgrenzung zu normalem Überessen
Gelegentliches Überessen gehört zum Alltag vieler Menschen. Entscheidend für die Diagnose einer Binge-Eating-Störung ist jedoch, dass die Essanfälle regelmäßig auftreten, mit einem Verlust der Kontrolle verbunden sind und deutlichen Leidensdruck verursachen.
