
20. April 2026
Spela Hercog
Warum Winter depressive Symptome begünstigt

Viele Menschen erleben im Winter eine Verschlechterung ihrer Stimmung. Bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich sogar depressive Symptome oder eine sogenannte saisonal affektive Störung (SAD), auch Winterdepression genannt.
Weniger Licht als zentraler Faktor
Der wichtigste Auslöser ist der Mangel an Tageslicht. In Deutschland sind die Wintertage besonders kurz, die Sonne steht tief, und viele Menschen verbringen zusätzlich viel Zeit in geschlossenen Räumen.
Wenig Licht beeinflusst:
- den Schlaf-Wach-Rhythmus
- die Produktion von Serotonin, das die Stimmung stabilisiert
- die Ausschüttung von Melatonin, das Müdigkeit fördert
Das Zusammenspiel dieser Faktoren kann zu Antriebslosigkeit, gedrückter Stimmung und erhöhter Erschöpfung führen.
Zahlen aus Deutschland
Schätzungen zufolge leiden etwa 2–3 % der Bevölkerung in Deutschland an einer klinisch relevanten Winterdepression. Weitere 10–20 % berichten über einen milderen „Winterblues“ mit Stimmungstiefs, ohne die Kriterien einer Depression zu erfüllen.
Weitere Einflussfaktoren
Neben dem Lichtmangel spielen auch andere Aspekte eine Rolle:
- genetische Veranlagung
- bereits bestehende psychische Belastungen
- weniger Bewegung und soziale Aktivitäten im Winter
- veränderte Tagesstruktur
Interessante Fakten
- Winterdepressionen treten in nördlichen Ländern häufiger auf als in südlichen Regionen.
- Viele Betroffene berichten über wiederkehrende Symptome jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit.
- Typisch für Winterdepressionen sind eher vermehrter Schlaf und gesteigerter Appetit, im Gegensatz zu anderen Depressionsformen.
